23.01.2010 - Die 5. und vorletzte Etappe führte uns heute von Snapper Point nach Willunga über 148 km. Schon der Start war etwas speziell. Von Anfang an haben die Australier versucht in eine Gruppe zu gehen, um vielleicht Thomas doch noch das Bergtrikot auszuziehen. Thomas war auf der Hut und trotz des hohen Tempos hatte er seine Leute im Griff. Nach ca. 20 km setzte sich dann eine acht Fahrer starke Gruppe ab. Für uns war wichtig, dass keiner dabei war, der Punkte in der Bergwertung hatte.
Nach rund 50 km, das Feld wurde von Columbia kontrolliert, legten sich zwei Lottofahrer genau vor mich. Ausweichen war nicht mehr möglich. In diesem Moment wusste ich, das wird der erste Sturz der Saison. Außer etwas Materialschaden und etwas Haut auf der Straße ist nichts passiert. Also weiter. Nach 100 km kamen wir dann auf die zwei Schlussrunden mit dem Willunga Hill. Er ist 3,5 km lang mit einer Steigung von 7%. Vor dem Berg haben dann Björn, Dominik und ich versucht unsere Gesamtfahrer in die richtige Position zu fahren. Für Luke und Markus war heute die letzte Gelegenheit was im Gesamtklassement zu verändern. Nach einem Km im Berg, mussten wir drei dann auch das Hauptfeld ziehen lassen. Der Anstieg war von unten bis oben voll mit Menschen, die uns eine Wahnsinnsbegeisterung entgegenbrachten. Man fühlte sich wie auf einer Bergetappe bei der Tour oder beim Giro.
Unsere Gruppe war dann kurz vorm zweiten Anstieg nochmal im Feld. Die letzte Möglichkeit für uns Getränke zu holen und die Jungs zu versorgen. Das war es dann auch, denn der Berg war schneller da als erwartet.
Markus und Luke haben dann noch ein tolles Finale gefahren .Eine kleine Gruppe hatte sich am letzten Anstieg gelöst und fuhr kurz vor dem Feld. Zwei Kilometer vor dem Ziel haben Luke und Markus sich dann gefunden. Markus hat das Loch dann mit Luke am Hinterrad geschlossen, so dass es für Luke die ideale Position war. Zum Schluss wurde Luke mit Platz zwei und Markus mit Platz sechs belohnt. In der Gesamtwertung liegt Luke jetzt auf Platz drei, Markus ist Neunter, und Thomas hat sein Bergtrikot verteidigt. Nach dem Pech von gestern, war es heute ein rundum gelungener Tag für das Team Milram.
Robert Förster führt zum Saisonauftakt bei der Tour Down Under die Sprintabteilung seines Milram-Teams an. In seinem Tagebuch auf Radsport News wird „Frösi“ vom ersten ProTour-Rennen der Saison berichten.
:tagebuch down under - 4. Etappe
Übermütig zu früh im Wind
Von Robert Förster
22.01.2010 - (rsn) - Die heutige 4. Etappe von Nodwood nach Goolwa war mit 150 Kilometern die längste der Rundfahrt. Als ich heute früh, kurz nach um sieben auf das Thermometer geschaut habe, schwante mir nichts Gutes: 31 Grad!
Kurz nach dem Start bildete sich eine sieben Mann starke Spitzengruppe. Zu unserer Freude war Thomas mit dabei, der ja Punkte für das Bergtrikot brauchte und sich für’s Gesamtklassement auch noch die eine oder andere Sekunde in den Sprintwertungen holen konnte. Columbia kontrollierte wieder einmal das Feld. Die ersten 25 Kilometer führten stetig bergauf. Heute waren die meine Beine auf alle Fälle besser als an den letzten Tagen. Oben an der Bergwertung erfuhren wir dann zum einen, dass Thomas sich die volle Punktzahl geholt hatte, zum anderen aber, dass Wim Stroetinga das Rennen aufgeben musste. Ihm war heute früh schon schlecht und er musste sich im Rennen mehrmals übergeben.
Columbia gab der Gruppe aber nie mehr als zwei Minuten. Nach den Bergen - die Temperatur war mit 30 Grad heute dann doch nicht das Problem - zog der Wind auf. Irgendwie war eine angespannte Stimmung im Feld, denn jeder glaube eine Mannschaft würde eine Windkante aufmachen.
Kurz nach der zweiten und letzten Sprintwertung, bei Kilometer 114 stellte das Feld die Ausreißer. Thomas hatte noch vier Sekunden Zeitbonifikation geholt, so dass er in diesem Moment Platz fünf in der Gesamtwertung hielt. Für und war es bis dahin ein gelungener Tag. Die letzten zehn Kilometer waren vor allem wegen des Seitenwinds extrem hektisch. Mehrere Mannschaften versuchten sich zu finden, um der „Kante“ zu entgehen. Das gelang aber nur Columbia.
Das Tempo war extrem hoch, so dass es auf den letzten beiden Kilometern extrem schwer war, noch Plätze gut zu machen. Ich hatte eine gute Position und ging dann etwas übermütig bei 350 m aus dem Wind. Anfangs kam ich noch gut voran, was aber 200m später wurde ich vom Gegenwind ausgebremst. Die Jungs, die erst 100 Meter später los fuhren, hatten da bessere Karten. Egal, die Beine waren gut, der Speed war gut und zum Schluss war ich mit Platz neun immerhin noch in den Top Ten. Lieber mit Ehre sterben, als irgendwo im Stau hängen bleiben...
Nach dem Ziel war es dann aber schnell Schluss mit lustig, als ich erfahren habe, das Thomas in einer der hinteren Gruppen gewesen ist und 54 Sekunden auf den Sieger verloren hat. Damit waren die unterwegs gewonnen vier Sekunden wertlos und der 5. Gesamtplatz weg. Es ist richtig ärgerlich, wenn man mit so viel Aufwand vier Sekunden erbeutet, und dann reißt das Feld auf den letzten Kilometern in mehrere Gruppen und man kann nur noch zusehen, wie die anderen wegfahren. Für uns war es somit kein Tag mit Happy End. Zum Trost gab es dann aber wieder das Bergtrikot für Thomas.
Bis Morgen
Euer Frösi
Robert Förster führt zum Saisonauftakt bei der Tour Down Under die Sprintabteilung seines Milram-Teams an. In seinem Tagebuch auf Radsport News wird „Frösi“ vom ersten ProTour-Rennen der Saison berichten.
:tagebuch down under - 3. Etappe
Harter Kampf bei 43 Grad
Von Robert Förster
21.01.2010 - (rsn) - Heute stand eine der schwersten Etappen der diesjährigen Tour Down Under auf dem Plan. Sie führte uns von Unley nach Stirling: 135 km über welliges bis bergiges Gelände. Schon am Start, um elf Uhr zeigte das Thermometer stolze 37 Grad. Für mich nicht gerade das ideale Wetter, um ein Radrennen zu fahren. Aber da müssen ja bekanntlich alle durch.
Unser Ziel war es heute, das Rennen so schwer zu gestalten, dass es nicht unbedingt zu Sprint kommen würde, um so unsere Klassementfahrer in der Gesamtwertung weiter nach vorn zu bringen. Schon der Beginn hatte es in sich. Beim offiziellen Start, ging es fünf Kilometer und rund 200 Höhenmeter bergauf. Und das nicht langsam. Es wurde attackiert wie verrückt. Oben war das Feld dann schon mal in zwei Teile zerfallen. Auf der Abfahrt lief aber wieder alles zusammen.
Nach ca. 30 Kilometern kam dann der nächste Berg, fünf Kilometer lang mit knapp sieben Prozent Steigung. Dominik Roels, Björn Schröder und ich haben dann versucht so schnell in den Berg hinein zu fahren, dass unsere Bergfahrer attackieren können. Das hat soweit auch geklappt. Leider hatte es zwei kleine Schönheitsfehler. Der erste war, das in dem Moment niemand in der Lage war, mit Thomas Rohregger und Luke Roberts mit zu fahren. Nach der gewonnen Bergwertung durch Thomas war der Versuch dann auch schnell gescheitert. Aber immerhin hat es uns das Bergtrikot gebracht.
Der zweite Haken an der Sache war, dass es Björn und mich bei der Sache richtig verbraucht hat. Wir waren nach hartem Kampf erst 20 Kilometer später wieder im Feld zurück. Das hat uns richtig Körner gekostet, wie man unter Rennfahrern zu sagen pflegt.
Mittlerweile war die Temperatur auf 43 Grad gestiegen und die meisten Fahrer waren nur noch damit beschäftigt, Flaschen für Ihre Teams zu holen. Columbia hatte das Rennen zu dem Zeitpunkt wieder voll unter Kontrolle.
Am Ende der Etappe warteten zwei schwere Zielrunden auf uns. Wir versuchten noch, unsere Gesamtfahrer aus dem Wind zu halten und sie mit Flaschen zu versorgen, aber bei dem Tempo, das Caisse d’Epargne vorgelegt hat, mussten Björn und ich am letzten Anstieg das Feld ziehen lassen.
Alles in allem war es aber doch ein guter Tag für uns. Wir hatten mit Luke, Markus und Thomas drei Fahrer unter den Top 15.
Ich hoffe, dass es morgen wieder zu einem Sprint kommt und ich vorne mitmischen kann.
Bis Morgen Euer Frösi
Robert Förster führt zum Saisonauftakt bei der Tour Down Under die Sprintabteilung seines Milram-Teams an. In seinem Tagebuch auf Radsport News wird „Frösi“ vom ersten ProTour-Rennen der Saison berichten.
:tagebuch down under - 2. Etappe
Zu früh am Limit
Von Robert Förster
20.01.2010 - (rsn) - Die heutige 2.Etappe führte uns von Gawler nach Hahndorf. 135 km leicht welliges Gelände standen auf dem Plan. Das Wetter war wieder einmal bombig, mit 30 Grad und leichtem Wind.
Am Start attackierten gleich ein Fahrer von Australischen Nationalteam und zwei Lottofahrer. Dominik, der ebenfalls in die Gruppe wollte, konnte das Loch allerdings nicht mehr schließen. Das Feld machte keine Anstallten, den Ausreißern hinterher zu fahren. So wurde der Abstand immer größer.
Bei einem Rückstand von fast 12 Minuten nahmen dann doch einige Teams die Verfolgung auf, so dass der Abstand langsam vor sich hinschmolz. Schließlich sah alles sah nach einem Sprint aus. 40 Kilometer vor dem Ziel kam der Checker Hill , ein ein Kilometer langer Berg mit knapp 14 % Durchschnittssteigung. Ich kam so einigermaßen drüber. Zumindest war ich dabei. Die Schlüsselstelle allerdings wartete drei Kilometer vor dem Ziel auf uns: eine Linkskurve, nach der es ca. einen Kilometer lang leicht bergauf ging.
Björn hatte mich schön aus dem Wind gehalten, stürzte dann aber leider in der Linkskurve. Wim hatten wir schon am Checker Hill verloren. Ich kam dann so auf Position 50 über den Berg, als Luke oben zu mir kam und mich vor fahren wollte. In dem Moment war ich so am Limit, dass ich nicht im Stande gewesen wäre, Luke zu folgen. Ich hab’ dann noch zu ihm gesagt: „Fahr für Dich“.
Ich hing bis zum Ziel auf der Position fest, die ich oben am Berg hatte. Schade, denn unsere restlichen Fahrer, Luke, Thomas und Markus hatten sich einen Kilometer vor dem Ziel gefunden und auf Ihren Sprinter gewartet. Markus hat dann noch für Luke den Sprint angefahren.
André war wieder einmal der Stärkste, und ist im Moment wohl im Sprint schwer zu schlagen.
Jetzt freue ich mich auf morgen, wenn unsere Gesamtfahrer ihr Können zeigen.
Bis Morgen
Euer Frösi
Robert Förster führt zum Saisonauftakt bei der Tour Down Under die Sprintabteilung seines Milram-Teams an. In seinem Tagebuch auf Radsport News wird „Frösi“ vom ersten ProTour-Rennen der Saison berichten.
:tagebuch down under - 1. Etappe
Kurz vor der Bergwertung platzte der Motor
Von Robert Förster
19.01.2010 - (rsn) - Unser heutiger Tag begann recht früh. Um 6:30 Uhr wurden wir geweckt und um acht Uhr war schon Abfahrt im Konvoi nach Clare. Nach knapp zweistündigem Transfer erreichten wir dann endlich den Startort. Es waren unheimlich viele Leute da, obwohl Clare so ein bisschen im „Middle of nowhere“ liegt. Die Begeisterung fürs Radfahren ist hier enorm.
Um elf Uhr wurde dann der Startschuss gegeben. Bei Kilometer Null hat dann gleich ein Fahrer von Euskaltel das Rennen eröffnet. Ca. 200 Meter später stürzten zwei andere Euskaltel-Fahrer unabhängig voneinander und sorgten unfreiwillig dafür, dass das halbe Feld auf der Straße lag. Abgesehen von etwas Materialverlust sind wir ganz glimpflich aus der Sache raus gekommen. Trotzdem, den ersten großen Sturz nach 200 Metern im ersten Rennen hätten wir uns sparen können. Den Euskaltel-Fahrer holten wir dann nach knapp 30 Kilometern ein, woraufhin sich eine drei Mann starke Spitzengruppe mit einem Vorsprung von bis zu zehn Minuten absetzte.
Columbia, Sky und Rabobank organisierten dann die Nachführarbeit im Feld. Knapp 25 Kilometer vor dem Ziel kam dann die Schlüsselstelle der Etappe, ein drei Kilometer langer Berg mit einer Steigung von acht Prozent. Sollte eigentlich für mich machbar sein, dachte ich. Also fuhr ich schön weit vorne rein. Als dann aber Popovych 800 Meter vor der Bergwertung das Tempo erhöht hat, ist mir schier der „Motor“ geplatzt.
Björn wartete dann noch auf mich und Wim, aber der Abstand zwischen den beiden Gruppen war oben schon zu groß. Die meisten Mannschaften hatten ihre besten Leute vorn, so dass ein organisiertes Hinterherfahren unmöglich war. Da war die Etappe für uns vorbei. Ein bisschen enttäuschend ist es schon, wenn man kurz vor oben reißen lassen muss, aber es kommen ja auch andere Tage. Trotz allem bin ich zuversichtlich, dass die Form stimmt.
Unsere drei Gesamtfahrer hatten keine Probleme, was zu erwarten war. Columbia hat heute einen Super-Job gemacht und das Rennen hat mit André sicherlich auch einen verdienten Sieger.
Bis Morgen
Euer Frösi
Robert Förster führt zum Saisonauftakt bei der Tour Down Under die Sprintabteilung seines Milram-Teams an. In seinem Tagebuch auf Radsport News wird „Frösi“ vom ersten ProTour-Rennen der Saison berichten.